Was bei der Heißgas-Abtauung im Kühlschrank passiert
Pharma-Laborkühlschränke mit automatischer Abtauung nutzen in der Regel einen Heißgas-Kreislauf: Heißes Kältemittel wird für 10–15 Minuten durch den Verdampfer geleitet, um den Eisbelag zu schmelzen. Dabei steigt die Innentemperatur des Geräts – je nach Isolierung, Beladungsgrad und Umgebungstemperatur – um 2 bis 6 °C über den Sollwert.
Liegt der Sollwert bei +5 °C mit Alarmgrenzen ±2 °C, entspricht das einer Alarmgrenze von +7 °C. Bei einer Abtauung mit +3 °C Temperaturhub ist man nahe an der Grenze. Öffnet in diesem Moment eine Person die Tür für eine Probenentnahme – 25 Sekunden, ganz normal – addieren sich Abtautemperatur und Wärmeeintrag. Der Hochalarm wird ausgelöst.
Das kostet Zeit: Abweichungsbericht, Hersteller kontaktieren, Produktbewertung, Archivierung. Für einen Vorfall, der durch einen einzigen Zusammenfall von Abtauung und Routinebetrieb entstand.
GDP-Konsequenzen eines Zusammentreffens Abtauung + Türöffnung
Nach GDP müssen alle Temperaturabweichungen dokumentiert werden. Selbst wenn das Produkt unbeschädigt ist: Der Bericht muss erstellt, bewertet und archiviert werden. In einem Jahreszeitraum können sich solche Ereignisse auf ein Dutzend oder mehr summieren – ein erheblicher Verwaltungsaufwand, der mit stabiler Temperaturpufferung vollständig vermieden werden könnte.
Was ThermoProtect PCM konkret ändert
Ein PCM-Modul auf dem Sollwert des Geräts nimmt sowohl die Abtauwärme als auch den Türöffnungs-Wärmeeintrag auf. Da das PCM seine Temperatur während des Phasenwechsels konstant hält, bleibt die Innentemperatur stabiler – auch wenn Abtauung und Türöffnung zusammenfallen. Die Alarmgrenze wird nicht überschritten. Kein Bericht, keine Bewertung, kein Aufwand.
Temperaturhub bei Abtauung
+5,8 °C – nahe Alarmgrenze
+4,2 °C – gedämpft
Abtauung + Türöffnung kombiniert
+7,4 °C – Hochalarm
+5,9 °C – kein Alarm
Erholungszeit nach Abtauung
~18 min
< 5 min
GDP-Abweichungsberichte/Jahr
6–12 (schätzungsweise)
0–2