Heißgas-Abtauung bei −20 °C: Physikalische Realität
Bei einem Tiefkühlschrank mit Solltemperatur −20 °C und Heißgas-Abtauung steigt die Innentemperatur während des 15-minütigen Abtauzyklus typischerweise um 6 bis 10 °C. Liegt die Alarmgrenze bei −15 °C, bedeutet das: Die Abtauung allein nähert sich der Grenze, überschreitet sie aber knapp nicht.
Kommt eine Türöffnung hinzu – selbst nur 25 Sekunden für eine Probenentnahme – addiert sich der Wärmeeintrag aus dem Laborraum (+22 °C) zum bereits erhöhten Temperaturniveau. Die Alarmgrenze wird überschritten. Im GDP-Kontext ist das ein meldepflichtiges Ereignis.
Warum das häufiger passiert als gedacht
Automatische Abtauprogramme laufen nach einem festen Zeitplan. Wenn das Personal den Zeitplan nicht kennt oder veränderte Arbeitszeiten hat, treffen Abtauung und Routinezugriffe unvermeidlich aufeinander. Besonders in Schichtbetrieben, bei Personalwechsel oder bei Betrieb über mehrere Zeitzone ist das Bewusstsein für den Abtauzyklus gering.
PCM dämpft die Kombination beider Ereignisse
ThermoProtect PCM für Tiefkühlanwendungen ist auf einen Phasenwechselbereich ausgelegt, der nach unserer Betauungsschutz-Regel konfiguriert wird. Das Modul nimmt sowohl die Abtauwärme als auch den Türöffnungs-Wärmeeintrag auf. Selbst die Kombination beider Ereignisse überschreitet die Alarmgrenze nicht mehr.
In der Praxis bedeutet das: Das GDP-Ereignis entsteht erst gar nicht. Kein Bericht, keine Produktbewertung, keine Nacharbeit.