Medikamentenkühlschränke für die Lagerung von kühlpflichtigen Arzneimitteln müssen ganz bestimmte Anforderungen erfüllen. Die DIN 58345 definiert diese für den deutschsprachigen Raum.
Autor: Nina Rest DKGP · 2. März 2022
Alle Geräte zur Medikamentenlagerung, die der DIN 58345 entsprechen, sind speziell für die Arzneimittellagerung geeignet und bieten ein Höchstmaß an Sicherheit. Das Hauptanliegen von § 5 Lagerung liegt in der Erhaltung der Qualität der Arzneimittel, der Vermeidung nachteiliger Einwirkungen und im Ausschluss von Verwechslungen.
Einhaltung einer stabilen Betriebstemperatur im gesamten Innenraum, auch bei häufigen Türöffnungen.
Einsetzbar in typischen Räumlichkeiten von Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäusern.
Mindestens 12 Stunden Alarm bei Stromausfall – auch bei Netzunterbrechung zuverlässig.
Verhindert zuverlässig ein Anfrieren oder Schaden bei temperaturempfindlichen Arzneimitteln.
Mindestens 100 kg/m² – ausgelegt für den täglichen Praxisbetrieb mit häufigen Be- und Entladevorgängen.
Es gibt in Österreich und Deutschland keine gesetzliche Verpflichtung zum Einsatz von speziellen Medikamentenkühlschränken nach DIN 58345 bzw. ÖNORM K 2040. Man darf also grundsätzlich jedes Kühlgerät zur Arzneimittellagerung verwenden. Doch ist das auch empfehlenswert?
In einer Branche, wo große Mengen teurer Medikamente sachgerecht gelagert werden müssen, ist es entscheidend, ob ein Kühlschrank darauf ausgelegt wurde, Lebensmittel oder eben diese Präparate aufzubewahren. Medikamenten-Kühlgeräte nach DIN 58345 sind daher mit zusätzlichen Sicherheitsmechanismen ausgestattet, um eine stabile Lagertemperatur zu halten, das Anfrieren zu verhindern und die Wirksamkeit von Medikamenten zu sichern.
Lesen Sie dazu auch: Haushaltskühlschrank vs. Medikamentenkühlschrank.
Die bei Profi-Geräten verwendeten Komponenten und Materialien sind sehr robust und müssen einer täglichen Reinigung mit Desinfektionsmitteln ohne Störungen, Materialermüdungen oder ähnliches standhalten. Alle kältetechnischen Bauteile im Innenraum sollten abgedeckt sein, damit das Anfrieren der Arzneimittel verhindert wird.
Auch hochwertige Haushaltskühlschränke stoßen bei häufigen Türöffnungen an ihre Grenzen. Da die sehr effizienten Geräte primär auf Energieeinsparung ausgelegt sind, können sie Wärmeeinträge durch häufige Türöffnungen nicht ausgleichen. Medikamentenkühlschränke nach DIN 58345 sind genau für diesen Alltag – 20 bis 50 Türöffnungen täglich – ausgelegt. ThermoProtect PCM-Kältepuffer können diese Stabilität noch weiter verbessern, ohne Strom oder Wartung. Mehr dazu: PCM-Technologie.
Mit der DIN 13277 (Mai 2022) wurde erstmalig ein einheitlicher europäischer Standard für alle Kühl- und Gefriergeräte im Gesundheitsbereich geschaffen. Die DIN 58345 bleibt weiterhin gültig, wird jedoch von der DIN 13277 ergänzt und teilweise abgelöst.
Das BASG verlangt von Apotheken Temperaturaufzeichnungen mittels regelmäßig kalibrierter Min.-Max.-Thermometer oder Datenlogger. Kühlschränke nach DIN 58345 verfügen standardmäßig über entsprechende Alarmfunktionen und Anschlüsse für externe Datenlogger. Lesen Sie mehr zur Dokumentationspflicht: Apothekenbetriebsordnung.
ThermoProtect PCM-Kältepuffer stabilisieren die Temperatur passiv – auch bei Türöffnungen und Stromausfällen.